Leben im Überfluss –Weiße Blusen, Nagellack und High Heels zu Hauf…

…oder: Klasse statt Masse
 Ich liebe „Mädchengedöns“. Ich liebe es, Handtaschen in schwarz, braun, grau jeweils in groß, mittelgroß und klein zu besitzen – und die dazu farblich passenden Schuhe. Als Sneakers, Ballerinas, Sandalen und High Heels im Sommer, als Stiefel und Ancle Boots im Winter. Socken sind bei mir nicht einfach schwarz oder weiß sondern mit Herzchen und Sternchen versehen und auf´s Outfit abgestimmt. Vom Nagellack ganz zu schweigen.

   

  

Meine neuste (Wieder-)Entdeckung: Weiße Blusen. Schlicht, klassisch, und zeitlos elegant. Eigentlich immer tragbar, da herrlich wandelbar und vielfältig zu kombinieren. Grund genug, nicht nur ein Exemplar davon zu besitzen…sondern mindestens sechs oder sieben…oder zehn….bis elf.

  

Lange Rede kurzer Sinn. In (leider an einer Hand abzählbaren) lichten Momenten frage ich mich: „Brauuuche ich das alles wiiiirklich?!

 

Das Engelchen auf meiner linken Schulter schreit: „Natürlich nicht, und das weißt Du! Schränk dich mal ein. Weniger ist mehr. Verzicht auf Konsum ist möglich!

Papperlapapp!“ quakt das Teufelchen auf der rechten Schulter dazwischen. „Es macht Dich glücklich! Und nur das ist wichtig. Du lebst schließlich nur einmal, also was soll das Anti-Konsum-Gefasel!?“ 

Tja. Was sagt man dazu? Recht haben sie wohl beide.Mir selbst ein schlechtes Gewissen wegen jedes gekauften Teils zu machen: Das finde ich doof! Immerhin weiß ich sehr wohl, dass mich diese Art von Konsum tatsächlich überaus glücklich macht. Ist das verwerflich? Keinesfalls!

Dennoch habe ich in letzter Zeit mehr und mehr gemerkt: Es macht mir Spaß mein Klamotten/Schuh/Taschen/Schmuck/Nagellack/Kosmetik-Repertoire auf „Klasse statt Masse“ umzustellen. (Ja, ich werde offensichtlich alt!). Bewusstes Shoppen fühlt sich irgendwie „moralisch wertvoller“ an.

  

Ich besitze zwar keinen exorbitanten Kleider- oder Schuhschrank, in welchem sich nur mit Kompass und Karte zurecht findet. (Fast) alle meine Kleidungsstücke werden tatsächlich getragen und sich hübsch ordentlich nach Farbe und Form aufgereiht. Sichtbar hinter Glas, auf Regalen oder einer Kleiderstange. Schließlich kann Kleidung auch durchaus dekorativ sein.

Nichtsdestotrotz habe ich mir feeest vorgenommen, zukünftig mehr Gedanken dafür aufzuwenden, ob ich die High Heels in „Cognac“ tatsächlich kaufen muss, nur weil meine Sammlung aktuell keinen Farbton zwischen „Cappuccino“ und „Schokobraun“ aufweist. Und einen persönlichen Vorsatz öffentlich zu machen, ist ja bekanntlich immer ein gutes Druckmittel!

 

Am Vorsatz des shopping-freien Monats bin ich allerdings bislang immer wieder kläglich gescheitert. Das Teufelchen hat meine Objekte der Begierde stets schneller zur Kasse getragen als mir lieb war. Das Anti-Konsum-Engelchen konnte sich noch nicht langfristig durchsetzen.

Wie sieht es bei Dir aus – Gleichberechtigung für Engel und Teufel?   

Alles Liebe,

Anni

2 Gedanken zu “Leben im Überfluss –Weiße Blusen, Nagellack und High Heels zu Hauf…

  1. Hi!
    Also ich finde wir alle sollten verstärkt auf das Engelchen hören! Wenn man sich mal der Bedingungen bewusst wird, unter denen „unsere“ Konsumgüter produziert werden wird die Engelchenstimme doch automatisch laut! Menschen ausbeuten für das 13. weiße Shirt? Unnötig. Ich überlege vor vielen Käufen ob mir das Teil auch langfristig Freude bereitet oder ob ich das Geld nicht besser für etwas spare, was langfristig bleibt. Reisen zum Beispiel. Die Cognac Schuhe kannst du nicht dein Leben lang behalten, und an manche Tasche erinnert man sich (im schlimmsten Fall) auf dem Sterbebett wahrscheinlich eh nicht mehr – an die Erlebnisse durch Reisen etc. denkt man für immer zurück. So seh ich das! 🙂
    Liebe Grüße
    Vickie

    Gefällt 1 Person

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