„Ein paar Päckchen Leben“…Küchentisch-Philosophie zum Abend

Kürzlich kam mir der Gedanke, dass es im Leben Päckchen zu geben scheint. Große und kleine, schwere und leichte, scharfkantige und weiche. Hübsch verpackte, weniger hübsche und auch solche, die mit Ihrer schönen Verpackung über ihr unschönes Inneres hinwegzutäuschen versuchen. 

  

Im Paketverteiler sind wir alle. Jedem von uns werden sie zugestellt, diese Päckchen, ein Leben lang. Nein, nicht die von Zalando. Sondern die unbestellten. Die Überraschungspakete des Lebens. Mal gefüllt mit Federn und Glitzerstaub, mal mit tonnenschweren Steinen. Mal vorhersehbar und mit Sendungsverfolgungsnummer angekündigt, mal völlig unerwartet vom Himmel fallend.

Fällt eines der schweren, scharfkantigen vom Himmel, brauchen wir eine ordentliche Portion Reaktionsvermögen und Kraft, um es aufzufangen und uns nicht erschlagen zu lassen. Fällt hingegen ein fluffig leichtes in Bonbonfarben in unsere Hände, bemerken wir es oftmals gar nicht. Zu oft sehen wir den Inhalt der zarten Päckchen als selbstverständlich an und realisieren dessen Zauber nicht.

Manchmal bewerten wir sie falsch, unsere uns zugestellten Päckchen. Vielleicht tun wir ihnen Unrecht weil wir ihren Sinn noch nicht erkennen können. Vielleicht. Vielleicht fehlt uns zum Erkennen dieses Sinns ein weiteres Puzzleteil, welches uns im nächsten oder übernächsten Päckchen zugestellt wird. Ja, manchmal verlangt uns der Paketzustelldienst einiges an Stärke und Geduld ab!

Dabei scheint es keineswegs immer gerecht zuzugehen in der zentralen Paketverteilungsstelle. Ab und an gibt es offenbar einen Überschuss an rosarot funkelnden Geschenken oder aber tiefschwarzen Gefahrgutsendungen. Und diese auf uns alle gleichermaßen zu verteilen scheint eine ganz schön komplexe Angelegenheit zu sein. Wer all diese Päckchen weshalb wie an wen verteilt bleibt vermutlich eine der Kernfragen der Menschheit. Schlussendlich ist es doch aber völlig egal! Viel wichtiger ist es, wie gut wir die einzelnen Päckchen in unsere eigenen vier Wände integriert bekommen. Und welche von ihnen wir öffnen, auspacken und wie wir deren Inhalte bestmöglich verwerten.

Das Schöne daran ist: Wir können sie weitergeben, unsere Päckchen. Vielleicht behalten wir einige von Ihnen, andere widerum brauchen wir vielleicht nach einiger Zeit nicht mehr. Oder wir bemerken, dass sie nicht mehr zu uns passen. Mit den rosaroten Päckchen, können wir versuchen, andere Leben zu bereichern. Leben, die Federn und Glitzerstaub gerade nötiger haben als wir selbst.
Die Weitergabe tiefschwarzen Päckchen passiert oft unbemerkt. Hierfür braucht man meist nur eines: Zeit. Ist genug von ihr verstrichen, entschwinden sie uns oftmals ganz von selbst aus unseren Händen und hinterlassen lediglich ein paar Schwielen. Schwielen, die unsere Hände stärker machen, das nächste unbequeme Päckchen abzufedern. Den eins ist gewiss: Es kommt bestimmt!

…doch gleichermaßen fallen auch viele bereichernde, federleichte Päckchen. Wir müssen sie nur sehen und sie mit offenen Armen auffangen.

Alles Liebe,
Anni

3 Gedanken zu “„Ein paar Päckchen Leben“…Küchentisch-Philosophie zum Abend

  1. Hallo Anni, ich kenne dich nicht und trotzdem hast du es geschafft, mich tief zu berühren. Deine Worte sind absolut zauberhaft. Ich selbst musste vor einiger Zeit ein ziemlich schweres, rabenschwarzes Paket auffangen und du hast recht – ganz, ganz langsam entschwindet es und lässt Schwielen der Erinnerung zurück, die einen stärken. Ich danke dir für diesen wundervollen Beitrag. Was für ein schöner Start in den Tag! 🙂

    Viele Grüße,
    Jessika

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