Warum es sich ohne Vorbilder leichter lebt…

Vorbilder sind toll. Vorbilder lassen uns daran arbeiten, bessere Menschen zu werden. Vorbilder inspirieren uns, Vorbilder lassen uns aufschauen. Ein Vorbild zu haben, das ist ´ne rundum gute Sache!

Ach wirklich…ist das so?

Kürzlich rutschte ich in ein Gespräch zum Thema „Vorbilder“. Während die einen von Kindheitshelden und Berühmtheiten sprachen, denen sie Bewunderung entgegen bringen, sprachen die anderen von erfolgreichen großen Geschwistern, Nachbarn voller Nächstenliebe und aufopferungsvollen Eltern als persönliche Helden. Ich selbst durchkramte meine Hirnwindungen krampfhaft nach jemandem, den ich als mein Vorbild betrachten könnte. Niemand fiel mir ein.

Ich wurde nervös, machte mir Druck. Warum habe ich denn verdammt nochmal kein Vorbild!? Und ist das jetzt schlimm, bin ich deshalb ein überheblicher Mensch? Jemand, der anderen keine Achtung und Wertschätzung entgegen bringen kann? Der nicht fähig ist, zu bewundern?

Ein bisschen fühlte ich mich zurückversetzt in meine Schulzeit, in der ich so manches Mal während einer Deutsch-Klausur vor einem weißen Blatt Papier saß, die Aufgabenstellung schlichtweg „doof“ fand und mir dachte: „Was schreiiiiben die bloß alle!?“

Sicher schreiben sie alle einen Aufsatz über Nelson Mandela, ihre Oma, David Beckham, Pipi Langstrumpf oder Angelina Jolie. Und ich? Krieg´s nicht gebacken. Und weil mir nichts einfällt, tanze ich einfach aus der Reihe und weiß es mal wieder besser. Mit der dreisten Behauptung: „Pustekuchen, ich brauche kein Vorbild!“

Warum? Ganz einfach: Dem eigenen Seelenheil zuliebe. Am Ende des Tages lebt es sich leichter! Bläut man uns nicht immerfort ein, man solle seinen eigenen Weg gehen? Man solle sein eigenes Ich stärken und nicht versuchen, die Kopie eines anderen zu werden? Man solle nicht zu viel Zeit damit verbringen, anderen nachzueifern? Und ist es nicht auch genau das, was uns so zauberhaft einzigartig macht?

Es macht mich ziemlich froh, an einem Punkt im Leben angekommen zu sein, an dem ich erkannt habe, dass Schwächen okay sind. Das meine Schwächen aus den Augen eines anderen Stärken sein können. Dass es mich nicht glücklich macht, mich dauerhaft danach zu sehen, so „schlank und schön wie Jennifer Aniston“ zu sein – so „elegant wie Herzogin Kate“ – so „fit wie die grazile Läuferin, die mich beim Lauf um die Alster locker flockig überholt“ – so „ausgeglichen und entspannt wie meine Yoga-Lehrerin“ – so „sparsam wie meine Oma“ – so „frei von unvernünftigen Shoppinggelüsten wie…“ – so politisch interessiert… – so im Naturschutz engagiert… – so technisch versiert… – so studiert… – so…ach sie ließe sich beliebig fortsetzen, diese Bewunderungs-Liste.

Ein Vorbild zu haben, dass bedeuted neben Anerkennung und Wertschätzung bestimmten Fähigkeiten gegenüber leider oftmals auch, Perfektion gebündelt in eine Person zu projezieren. Das kann im Vergleich zum eigenen Ich vor allem eins machen: Unzufrieden! Denn menschliche Perfektion ist im Grunde genommen so realistisch wie ein regenfreier Sommer in Hamburg!

Lassen wir uns also weiterhin gern von unseren Mitmenschen inspirieren, doch stellen wir uns im Stillen doch ab und an auch mal selbst mal auf ein Podest, als dies ausschließlich mit anderen zu tun.

Sei stolz auf Dich…Du hast allen Grund dazu!

Alles Liebe,
Anni

…Lust an einer Blogparade zum Thema „Vorbilder 2016“ teilzunehmen? Schau doch mal hier vorbei: http://www.unkrig-personalcoaching.de/wordpress/

9 Gedanken zu “Warum es sich ohne Vorbilder leichter lebt…

  1. Liebe Anni

    Danke für Deinen erfrischenden und ehrlichen Artikel.

    Ich bin auch zu dieser Blogparade eingeladen und überlege schon seit Tagen, was ich schreiben soll, denn es geht mir genauso wie Dir:-)

    Vorbildliche Grüsse
    Moni

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Vorbilder | Mixup

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