G20 – Hamburg in Flammen

Ununterbrochen kreisen brummende Militärhubschrauber über meinem Kopf am strahlend blauen Himmel. In der Ferne ein Knall. Gänsehaut breitet sich auf meinen Armen aus.

Eigentlich erinnert mich mein schlechtes Gewissen tagtäglich daran, dass immer noch der letzte Teil meines Urlaubsberichts über die wunderschöne Insel Bali aussteht. Und eigentlich war „politisch werden“ das allerletzte, was ich jemals auf diesem Blog tun wollte. Doch der Urlaub kann warten. Denn das was derzeit hier in Hamburg vor sich geht, kann und möchte ich nicht umkommentiert lassen!

Es erschüttert mich, direkt vor meiner eigenen Haustür wahrzunehmen, wie viele Menschen erfüllt von purer Lust an Gewalt sind.

Erfüllt vom Adrenalin, welches ihnen durch die Adern zu schießen scheint, wenn sie Scheiben mit Ziegelsteinen einwerfen

Erfüllt von Stolz, der ihre Brust anschwellen lässt, während sie Autos mit Brandsätzen in Flammen aufgehen lassen und dabei in die Handykameras der Passanten sehen.

Erfüllt von offensichtlicher Freude darüber, einen Anlass gefunden zu haben, Ihren Aggressionen unter dem Deckmantel politischer Aktivität freien Lauf lassen zu können.

Es ekelt mich an! 

Dass es lobenswert ist, seine vier Buchstaben von der Couch zu bewegen, um für seine politische Meinung auf Demonstrationen einzustehen, möchte ich nicht in Frage stellen. Doch für die schwindelerregenden Ausmaße, die die vermeintliche Meinungsäußerung dieser Tage in Hamburg annimmt, lassen sich keinerlei Pro-Argumente finden. Wer Steine und Molotowcocktails auf Polizisten wirft sollte sich fragen, ob es tatsächlich die G20 allein sind, die die Verantwortung für all das Unheil und die Grausamkeiten in der Welt tragen!

Gleichermaßen schwindelerregend ist das, was derzeit in den sozialen Netzwerken unter zahlreichen Bildern und Videos von der in Hamburg herrschenden Zerstörungswut zu lesen ist. Kommentare auf unterstem Niveau. Kommentatoren, die sich gegenseitig zu noch mehr Aggression anstacheln – sowohl von linker als auch von rechter Seite. Zahlreiche Aussagen à la „Visiere auf und den Bullen direkt in die Fresse“ lassen jedoch eine klare Tendenz erkennen. Doch eines sei gesagt, liebe „Aus Spaß an der Freude“-Kritiker, die Ihr alles kritisiert, was es je zu kritisieren gab und zukünftig zu kritisieren geben wird:

Wären es nicht die von Euch so verhassten „Bullen“, die ihr Leib und Leben dieser Tage in Gefahr bringen, und sich sorgende Familien zuhause zurück lassen, so wäre unser geliebtes Hamburg von deutlich mehr Rauchschwaden brennender Autos und Mülltonnen gezeichnet, als es das ohnehin schon ist.

Halte Durch Hamburg!

Alles Liebe,

Anni

 

 

6 Gedanken zu “G20 – Hamburg in Flammen

      1. Ja mich auch. Und jeden mit dem ich gesprochen habe. Und es ist so traurig, dass diese Gewalt dann wiederum bei uns allen Wut auslöst und sich die Gesamtstimmung so erhitzt! Ich bin einfach fassungslos was hier vor sich geht

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